Um sich einen Praktikumsplatz im Ausland an Land zu ziehen, stehen Studenten diverse Wege und Anlaufstellen zur Verfügung. Hier sind die wichtigsten von A bis Z zusammengestellt:
AHK - Deutsche Auslandshandelskammern
Die meisten AHKs bieten selbst Stellen an, vermitteln aber auch Praktika. Da sie vor Ort gut verdrahtet sind, hat eine Bewerbung gute Chancen. Bei Erfolg wird in der Regel ein Honorar erhoben, das von AHK zu AHK variiert, aber um einiges günstiger als bei professionellen Vermittlungsagenturen ist. Alle AHKs und Infos zum Bewerbungsprozedere unter www.ahk.de.
BIBB - Bundesinstitut für Berufsbildung
Das BIBB sponsert über das Leonardo-da-Vinci-Programm Auslandspraktika für Graduierte (bis ein Jahr nach dem Abschluss) in der EU sowie Island, Liechtenstein, Norwegen, Bulgarien, Rumänien und der Türkei. In der Regel sucht man sich erst den Praktikumsplatz und bewirbt sich dann um die Förderung. Ansprechpartner sind die Akademischen Auslandsämter an den Hochschulen.
DAAD - Deutscher Akademischer Austausch Dienst
Der DAAD hat ein breites Info- und Programmangebot für Studenten und Absolventen. Die Hilfestellung reicht von der Beratung über finanzielle Förderung bis zur aktiven Vermittlung im Rahmen von verschiedenen Programmen:
> Das Erasmus-Praktikum richtet sich an Studenten, die in einem Unternehmen in der EU, in Island, Norwegen, Liechtenstein oder der Türkei arbeiten wollen. Es dauert zwischen drei und zwölf Monaten und beinhaltet unter anderem ein monatliches Stipendium zwischen 50 und 400 Euro sowie Reisekostenzuschüsse.
> Das Carlo-Schmid-Programm ist für Studenten und Absolventen (bis zwei Jahre nach Abschluss) gedacht, die sich für einen Einsatz in einer internationalen Organisation wie den Vereinten Nationen, einer EU-Institution oder einer Nichtregierungsorganisation interessieren. Voraussetzung sind ein abgeschlossenes Grundstudium oder eine Einschreibung im dritten Semester eines Bachelor-Studiengangs. Studierende erhalten je nach Land ab 650 Euro und Absolventen ab 925 Euro monatlich.
Infos unter www.daad.de
Direktbewerbung
Das Gros der deutschen Firmen ist international tätig, viele haben sogar Auslandsstandorte, die groß genug sind, um Praktikanten aufzunehmen. Die Jobguide-Redaktion hat die Unternehmen in diesem Ratgeber befragt, ob und wie sich Interessenten bei ihnen für Auslandsstippvisiten bewerben können. Die Ergebnisse sind in den einzelnen Porträts nachzulesen. Wichtig für eine Langfristplanung: Manche Firmen setzen voraus, dass der Bewerber zunächst ein Praktikum in der hiesigen Zentrale gemacht hat.
Fachbezogene Praktikumsvermittlung
Für eine ganze Reihe von Studienrichtungen gibt es eigene Vermittlungsstellen für fachbezogene Praktika. So etwa den Pädagogischen Austauschdienst für angehende Lehrer (www.kmk-pad.org) oder Elsa für Rechtswissenschaftler (www.elsa-germany.org). Der deutsche Berufsverband für soziale Arbeit ist für Sozialpädagogen der richtige Ansprechpartner (www.dbsh.de), Journalisten werden bei Internationale Journalisten Programme (IJP) fündig (www.ijp.org). Zahnmediziner wenden sich an den Zahnmedizinischen Austauschdienst (www.fvdz.de) und Mediziner an die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (http://bvmd.de).
Internationale Studierendenverbände
> Aiesec ist die größte internationale Organisation von und für wirtschaftlich interessierte Studenten. Sie vermittelt bezahlte Praktika in Wirtschaft, IT und Entwicklungshilfe, die zwischen zwei und 18 Monaten dauern. Für die Vermittlung, ein kulturelles Vor- und Nachbereitungsseminar sowie die Hilfe bei der Unterkunftssuche berechnet Aiesec einmalig 250 Euro. Wichtig: Vor der Vermittlung muss der Kandidat in der Regel eine Zeit lang bei Aiesec mitgearbeitet haben.
Infos: www.aiesec.de
> Iaeste ist die weltweit größte Praktikantenaustauschorganisation für Studenten der Natur- und Ingenieurwissenschaften sowie der Land- und Forstwirtschaft. Die Praktika sind in der Regel so bezahlt, dass man sich vor Ort über Wasser halten kann. Keine Vermittlungsgebühren. Vorläufige Bewerbungen laufen meist von Oktober bis Ende November. Ab Mitte April des Folgejahres kommen die verbindlichen Zusagen. Infos: www.iaeste.de
Inwent - Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH
Inwent bietet Studenten und jungen Berufstätigen verschiedenste Austauschprogramme. Unter den EU-Angeboten findet sich zum Beispiel für Wirtschafts- und Technikstudenten das Programm "Praxisiqualifizierung weltweit für Bachelorsabsolventen (FH)" und das Asa-Programm für Studenten, die im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit ins Ausland gehen möchten.
Infos: www.inwent.org
Jobbörsen
Auch die ganz normalen Jobbörsen wie Monster bieten Praktikumsstellen im Ausland an. Dort lassen sich auch Gesuche ins Netz stellen, von denen man sich aber nicht zu viel versprechen sollte.
Vermittlungsagenturen
Gegen Honorar greifen einem eine Vielzahl von Organisationen unter die Arme. Im Dienstleistungspaket enthalten sind die Suche und meist auch die weitere Organisation des Auslandstrips, Betreuung vor Ort und Sprachkurse. Kosten: ein paar Hundert bis einige Tausend Euro. Um angesichts der Masse der Anbieter nicht auf Abzocker reinzufallen, sollten Interessente das Infomaterial akribisch sichten und nach Erfahrungsberichten ehemaliger Teilnehmer fragen. Der Flyer "Qualitätscheck Auslandspraktikum" von DAAD & Co (kostenloser Download unter www.wege-ins-ausland.org) hilft beim Beurteilen. Eine (beliebige) Auswahl an Vermittlungsagenturen:
- www.stepin.de
- www.world-of-exchange.com
- www.praktikumsvermittlung.de
- www.cdc.de
ZAV - Zentrale Auslands- und Fachvermittlung
Die Bundesagentur für Arbeit vermittelt über ihre ZAV diverse Job- und Praktikums-programme im Ausland. Dabei handelt es sich zwar eher um mehrmonatige Sommerjobs als um Praktika, bei denen man Fachliches für den Job lernt. Auslandsfeeling und Know-how im entsprechenden Bereich nimmt der Student aber trotzdem mit. Im Angebot hat die ZAV etwa Jobs im Disneyland Resort Paris, Praktika in einem deutsch-französischen Kindergarten in Paris, Mitarbeit auf Farmen in Island, Tourismuspraktika in Portugal oder Stellen für gastronomische Hilfstätigkeiten in Andalusien. Wichtig: Frühzeitig bewerben, weil heiß begehrt. Infos und Bewerbung unter www.ba-auslandsvermittlung.de